„Ich will in keiner Welt leben, die mir wehtut, ich will auch in keiner Welt leben, der ich wehtue.“
Die sechzehnjährige Mel erfährt, dass nahe ihres neuen Wohnorts am Meer Pottwale gestrandet sind; der oder die einzig noch Lebende treibt hilf-und orientierungslos in der Bucht und scheint damit verloren zu sein. Obwohl es schon Nacht ist und die Einsatzkräfte den Strand sperren, beschließt Mel wütend, ein motorisiertes Ruderboot zu kapern und den Wal zu retten. Wer trägt die Verantwortung über die verirrten und schon verendeten Tiere? Die Natur? Der Mensch? Der Lärm von Schiffsmotoren oder von Bohrinseln? Herumtreibendes Plastik in vermüllten Meeren?
Grafik: Arthur Zgubic
Sie tauft ihn/sie „Moby Dick“ und will ihm/ihr den Weg ins offene Meer zeigen, den Roman über einen größenwahnsinnigen Kapitän, der glaubte, stärker als die Natur zu sein, hat sie einst von ihrem Vater geschenkt bekommen. Elektrisiert von den klagenden Hilferufen des großes Tieres, entscheidet sich Mel über alle Verbote hinweg und trotz großer Gefahr für ihren mutigen individuellen Aktionismus: Sie ist überzeugt, dass wir uns zu lange damit abgefunden haben, dass ein Einzelner nichts ausrichten kann gegen die Macht von repressiver Politik und umweltfeindlicher Ökonomie. Wenn schon Tiere nicht streiken können, tut Mel es eben: „Werdet mal erwachsen, rufe ich den Erwachsenen zu!“
Die Stärke von Thomas Arzt‘ Text liegt in seiner Sprache und der Kunstfertigkeit, gesellschaftsrelevante Themen wie Aktionismus und Zivilcourage zu vermitteln mit einem Raum für kreatives (Weiter-)Denken. Die Schüler:innen erwartet ein ungewöhnliches ästhetisches Experiment in einem 45 Quadratmeter großen Glaskubus im 3. Stock der Bibliotheks, der wie ein großes Aquarium wirkt, ausgestattet mit Projektoren und Beamern und versehen und mit einem Soundsystem. Fast requisitenlos, nur mit dramaturgischer Lichtästhetik folgen wir der erstaunlichen Erzählung der Protagonistin, die das junge Publikum mit auf ihre abenteuerliche Odyssee hinaus aufs Meer nimmt.
Thomas Arzt gehört mittlerweile zu den meistgespielten österreichischen Dramatikern. 1987 in Schlierbach geboren, begann er seine literarische Arbeit für und mit Kinder/n und Jugendliche/n.
2021 erschien sein vielbeachtetes Prosadebüt „Die Gegenstimme“ im Residenz Verlag, 2025 wurde er mit dem oberösterreichischen Landeskulturpreis für Literatur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Wien. „Und morgen streiken die Wale“ wurde 2019 am Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt. www.thomasarzt.at
Bild: Piet Six
Cast:
Mel: Marena Weller
Raum: Arthur Zgubic
Ton/Technik/Licht: Manfred Eckinger
Regieassistenz: Saba Fereydouni Balangani
Inszenierung: Michael Kolnberger
Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben, Berlin.
Die Koproduktion von theater.direkt mit der Stadt:Bibliothek ist eine Salzburger Erstaufführung.
Eintritt frei! Buchung und Kontakt:
michael.kolnberger@gmx.de
Tel.: +43 650 8232614
Maximale Schüler:innenanzahl: 30+2 Begleitpersonen,
Vorbereitung in der Schule und Nachgespräch vor Ort auf Wunsch möglich.